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Foodporn my life away

Moritz gehört zur Gattung der Foodporn-Anhänger. Im Gegensatz zu herkömmlichen Pornoarten praktizieren wir zuhause weder Fisting, noch Rollenspiele, auch Fesselspiele sind eher nicht so unser Ding. Moritz Fetisch ist Essen. Allerdings besprüht er meinen vorm Kühlschrank liegenden Köper nicht mit Sprühsahne („Hast du eine Ahnung, wie viel Sahne in so einer Sprühsahne ist? Keine.“), sondern er fährt auf Essen ab, oder nein auf Kulinarik. Bei unserem Dirty Talk variieren wir Gemüsesorten.

Das perfekte Vorspiel für Moritz ist entweder ein Ausflug nach Brandenburg, wo er mit geweiteten Augen vor ausgeweideten Rehen steht, die gerade ausbluten („Mama warum hängen die Rehe an einem Bein.“), oder ein Abstecher zu „absolut abgefahrenen Pilzfarmen.“( Wenn Moritz perfekte Pilze in einer Reihe sieht, passiert vermutlich dasselbe, was ein Maskenfetischist bei der Vorstellung von sexueller Interaktion mit Catwoman befällt.)

Sollte man Samstag über den Winterfeldplatz gehen, empfehle ich ein spannendes Buch, oder einen Dreijährigen dabeizuhaben. Moritz kennt die Marktverkäufer alle beim Vornamen („Mensch Moritz, ich hab hier was für dich. Das musst du probieren. Und dann kommt irgendein Stück Fleisch auf die Theke und zwei Männer strahlen sich an und liegen sich vor Glückseligkeit fast in den Armen), außerdem würde er NIEMALS das ganze Gemüse auf seiner Liste bei einem Gemüsehändler kaufen (Warum auch, es ist viel einfacher sich durch Menschenmassen zu drängeln um das perfekte Bio-, garantiert ursprüngliches Topinambur zu bekommen. (Wer keine Ahnung hat, was Topinambur überhaupt sein soll, ist ungefähr auf meinem Kulinarik-Niveau). Moritz Hobby ist „unter Sterne Essen“, (Zugegeben, dieses Hobby finde ich recht annehmbar.)   weil „Sterne fressen kann ja jeder.“ (Ich nehme an für diese Variation bräuchte ich dann auch eine andere Garderobe)

Es gibt Nächte, da wache ich schweißgebadet auf, weil ich von Moritz mit einer anderen Foodbloggerin geträumt habe. Sie gehen gemeinsam durch den Markt, schieben sich Topinambur in den Mund, machen einen kurzen Abstecher zum Fischer in der Müritz, wo sich ihre Hände über dem geräuchertem Aal treffen und fallen am Ende eines esserfüllten Tages ins Bett und erkunden, ob der Wein, den sie vom Jungwinzer haben, eine besondere aphrodisierende Wirkung hat. Foodbloggerinnen sind meine  Tori Blacks (Laut bild.de DER super Sex Star. Muss also heiß sein) Und es gibt verdammt viele von ihnen. (Versteht mich nicht falsch, es gibt auch ganz reizende Foodbloggerinnen. Insbesondere die mit festem Partner finde ich ganz großartig.)

Die besten Nebenwirkung von Moritz Nerd-Dasein ist (abgesehen davon, das bei uns wirklich niemand davon ausgeht, dass ich koche), seine Fähigkeit zu genießen. Und da treffen wir uns wieder. Zwischen Craft Bieren und dem perfektem Olivenöl kommt es häufig vor, dass wir einfach genießen und es zumindest einem von uns egal ist, warum es gerade so gut ist.

 

PS: Ich wurde gestern Abend im Bett belehrt, dass kein Foodblogger JEMALS das Wort „Foodporn“ sagen würde, ich entschuldige mit also ausdrücklich für dieses nicht vorhandene Insiderwissen.