I miss you like crazy,

Ich bin heute morgen ohne ein „Mama“ aufgewacht. Ja, ich habe durchgeschlafen und musste heute nicht um halb sieben raus. Aber es gab eben auch kein „Mama“.

Tage, an denen der Sohnemann beim Papa ist, sind seltsam. Es ist so, als ob ich mit nur einem Bein, einem Arm und mindestens einem fehlenden Ohr durch die Welt laufe und kein Mensch bemerkt etwas. Keiner sieht, dass mir sehr essentielle Teile meines Körpers abhanden gekommen sind. Man grüßt mich nett, gibt mir Café und geht weiter. Ich finde das irre. Es sind Tage, da würde ich mir am Liebsten ein „Ich bin Mama“ Shirt anziehen. Wenn ich andere Mütter mit Kindern sehe, muss ich mich zusammenreißen, um mich nicht neben sie zu setzen und in ein „Ich bin eine von Euch“ Gespräch zu verfallen. Ja, ich würde in diesem Zustand auch über Windeln reden. Ehrlich. 

Manchmal lasse ich sogar den Kindersitz auf meinem Rad. Als letztes Erkennungszeichen. Ich weiß, es ist fies und idiotisch. Ich sollte mich über meine freien Abende freuen. Und das mache ich auch. Wirklich. Ich bin ganz unbedingt für freie Abende, ausschweifende Wein-Gelage, Sex bis zum Morgengrauen und Kino. Aber kann das Kind nicht trotzdem da sein? Friedlich im Zimmer nebenan schlafen und morgens ein „Mama, ich hab dich lieb“ flüstern. Ich würde auch mit Kater aufstehen und Kindercafé machen. Für mich ist mein Sohn so sehr Teil von mir, dass mein anderer Teil ein bisschen frei dreht, wenn er nicht da ist.

Ich liebe es, meine Nase nachts an seinen Hals zu halten und die letzten Babygerüche zu riechen. Wenn er sich abends an mich schmiegt und ich ihm zwei Bücher vorlese. Das Zucken, wenn er einschläft. Das langsame wach werden, wenn er schon mitten im Spiel ist, und mit seinen Autos um mich rum fährt. Das Leuchten in seinen Augen, wenn er mir beim Abholen in die Arme läuft. Und alle klitzekleinen Schattierungen von „Mama“. Bedingungslose Liebe ist ganz großartig.   

Advertisements

Ein Gedanke zu “I miss you like crazy,

  1. Kann ich gut nachvollziehen, würde mich bestimmt ähnlich gehen. Aber uns „Vollzeit-Müttern“ hast du damit immerhin eines voraus: Du weißt die Zeit zusammen mit deinem Lütten viel mehr zu schätzen, weil sie eben nicht selbstverständlich ist. Wenn man den Vergleich mit der morgendlichen Leere an kinderfreien Tagen nicht hat, fällt es einem deutlich schwerer, den Nachwuchs unausgeschlafen und auch mit Kater freudig in die Arme zu schließen… 😉

    Viele Grüße,
    Lena

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s