Krankes Kinds vs. kranke Mama: Kind siegt

Eigentlich war ich heute hoch motiviert. Ich habe beschlossen, den Montag zu ignorieren und quasi eine Donnerstags-Energie an den Tag zu legen. Aber dann kam alles anders. In irgendeiner unbedeutenden Tiefschlaf-Phase meinerseits, schrie der Sohn um zwei „Mama, komm“ aus dem Kinderzimmer.

Ich erlebe ein kurzes, aber sehr effizientes Energiehoch. Der nächtlichen Wachzustand des Sohnemanns darf auf keinen Fall die Fünf-Muten-Marke übersteigen, sonst geht er direkt in die „Ich bin wach und möchte spielen“-Phase. Also renne ich also rüber, hieve ihn vom Hochbett, murmel ein „schlaf wieder ein“ in seine Haare, lege mich hin, bin gedanklich schon wieder beim Traumanknüpfenm bis ich eine Temperaturveränderung merke: Es ist verdammt heiß hier. Die Ursache der Hitzewille liegt neben mir: Ole glüht. Ich verabschiede mich also von meinem Nachtschlaf und versuche den sich hin und herrollenden Glühball, zum Einschlafen zu bewegen. Irgendwann geben wir beide auf. Ich stehe also auf und gehe mit Ole auf die Couch um Petterson und Findus zu lesen. Wir haben Zeit. Wir können Kinderbücher lesen, die eigentlich „Kinderromane mit Bildanteil“ heißen sollten. Irgendwann bei der dritten Seite (also nach ca. 15 Minuten Lesezeit) schaut Ole mich kritisch an: „Mama du klingst komisch.“ Ich will ihm gerade den Zusammenhang zwischen Schlafentzug und meinen Stimmbändern erklären, als mir klar wird, dass ich wirklich quietsche. Außerdem habe ich mal eben eine Packung Taschentücher verbraucht. „Mama, du bist krank“. Stimmt.

Ich habe so ein seltsames Löwenmama-Gen, das ausbricht, sobald die Brut krank ist: Ich nenne es die absolute Selbst-Ausblendung. Während Ole bereits wieder lustig vor sich hin spielt, bin ich wirklich krank. Merke davon aber nix. Seine Taktik sah vermutlich so aus: Eigentlich geht’s mir super, aber ich könnte zuhause bleiben. Also wähle ich diese Option. Kluges Kerlchen.

Jetzt sitzen wir also hier. Ich liege im Bett und Ole baut Staus auf. Ich habe wirklich selten so tiefe Empfindung für Autos gehegt. Wir sind uns einig: Man kann nicht genug davon haben.

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