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Im Kopf Wonder Woman,

Bildder Sommer ist definitiv vorbei. Aber sowas von. Und damit sind auch leider meine gesamten Verlage wieder im To-Do-Modus. Außerdem naht die Buchmesse und der Mann hat beschlossen jedes Wochenende im November ein Restaurant zu eröffnen. Dann war ja da noch die Sache mit dem Serienroman (die zweite Folge ist im Kopf schon geschrieben, aber davon habt ihr ja auch irgendwie nix) und ach ja, den Supermum Status hab ich auch gebucht. Also so für immer. Sollte jemand Langeweile übrig haben, kann er mir gerne etwas davon abgeben.

Gestern war ich mit meinem irgendwie-Chef lunchen. Er war vorher bei einer Firma, die neben eBooks auch Waschmaschinen verkauft und hatte ein paar Wochen frei. In dieser „Freizeit“ übernahm er die Kinder. Er meinte, er hat sich noch nie so auf die Arbeit gefreut. Businesstrips scheint er ganz dufte zu finden, wenn ich mir seinen Kalender so ansehe. Er hat mit dem Geständnis „Die Kinder sind mir im Alltag zu anstrengend“ überhaupt kein Problem. Ich fühle mich bereits wie die Abgesandte der Rabenmutter, wenn ich Ole einmal am Wochenende morgens einen Film anschalte um 30 Minuten länger schlafen zu können. Ich werfe mich auch mit Hingabe auf den Boden und baue Staus auf, wenn ich gerade aus Italien komme und eigentlich noch so einen Vertrag durchgehen muss. Ole kommt an erster Stelle. Immer.

Kürzlich habe ich mich dabei erwischt, wie ich meine Sexbilanz der letzten Wochen durchgegangen bin. Das Ergebnis war nicht zufriedenstellend. Einer Wonder Woman nicht angemessen. Denn die schmeißt sich, nachdem Sie das Kind mit pädagogisch wertvollen Büchern ins Bett gebracht hat, in die neuste Kollektion von Passionata, leitet das Vorspiel mit einem kurzen Blow Job ein und setzt sich dann im Astralköper und ohne Schwerkraftverlust der Brüste so auf den Gatten, bis dieser im Weltenverändernden Orgasmus in den Schlaf sinkt. Das nun ja, das kommt auch mal vor. Geburtstag, Weihnachten und so.

Ich wäre also dankbar für jedes Outing einer Normal-Mama. Dann kann ich das Wonder Woman Kostüm erstmal in den Schrank hängen. Der nächste Geburtstag kommt ja bestimmt.

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Die Lollies sind da

Die Lollies sind da

„Was man verspricht muss man auch halten“ ist bei uns ein Dauerrenner. Also dachte ich mir, ich geh mit gutem Beispiel voran und verschicke tatsächlich Lollies, wenn jemand für mich bei den Brigitte Mom Blogs abstimmt, nette Kommentare schreibt, oder meinen Blog abonniert.
Ich bin felsenfest entschlossen, unsere Post häufiger zu beehren. Da arbeiten ganz schicke Jungs, ist jetzt also nicht besonders dramatisch. Vielleicht kriege ich es dann auch mal hin, Pakete zum Geburtstag und nicht zu irgendwelchen Phantasiedaten zu verschicken.
Ihr müsst mir nur eine kurze Mail an patchworkmylifeaway@gmail.com schreiben und schon werden die Lollies auf die Reise geschickt.

Habt ein traumhaftes Wochenende, ob mit, oder ohne Kind.

Marie

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Mutigsein ist kinderleicht

Mein Sohn glaubt fest an Gespenster. Sie sind überall und die beste Methode sie zu verjagen ist, sich unter einer Decke zu verstecken. Da kuschelt er sich an mich und riskiert ab und an einen Blick nach draußen, um zu sehen, ob das Gespenst immer noch da ist. Manchmal muss ich das auch machen. Falls es sich um eine besonders fiese Gespensterart handelt. Das Decken-Gespenster-Spiel kann Ole mit einer unfassbaren Ausdauer spielen. Wir haben schon ganze Nachmittage auf unserer Couch verbracht und fliegende, kriechende, kleine, große, Mama- und Papagespenster verbannt, während draußen die Sonne schien. Gespenster kommen für gewöhnlich im Rudel vor.

Manchmal jedoch schleicht sich in das Spiel auch Angst ein. Wenn er nicht mehr alleine in sein Zimmer gehen kann zum Beispiel. Dann fast er meine Hand und wir gehen zusammen rauf und singen laut Anti-Gespenster-Lieder.

Mutigsein gehört nicht zu Oles Stärken. Und obwohl ich dankbar bin, dass er nicht dazu neigt, mit Fremden mitzugehen, würde ich ihm manchmal ein bisschen mehr Mut wünschen. Und weil Ole genau wie seine Mutter nichts lieber mag, als Geschichten, bringe ich ihm jetzt das Mutigsein übers Vorlesen bei. Loewe hat ein wunderbares Buch zu dem Thema. „Das große Buch vom Mutigsein“. In drei liebevoll illustrierten Geschichten versuchen kleine und große Tiere die Angst zu verjagen. In unserer Lieblingsgeschichte „Wir sind der Schrecken aller Monster“ machen sich ein Schweinchen, ein Wolf, ein Bär und die Eule auf den Weg, um Ente vor einem grauenhaften Monster zu befreien. Das Monster entpuppt sich als schlafenden Mäuschen unterm Gänsebett.

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Falls Ihr demnächst auch mal wieder schreckliche Tiere in die Flucht schlagen müsst, hier kann man sich gute Tipps holen. 

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Krankes Kinds vs. kranke Mama: Kind siegt

Eigentlich war ich heute hoch motiviert. Ich habe beschlossen, den Montag zu ignorieren und quasi eine Donnerstags-Energie an den Tag zu legen. Aber dann kam alles anders. In irgendeiner unbedeutenden Tiefschlaf-Phase meinerseits, schrie der Sohn um zwei „Mama, komm“ aus dem Kinderzimmer.

Ich erlebe ein kurzes, aber sehr effizientes Energiehoch. Der nächtlichen Wachzustand des Sohnemanns darf auf keinen Fall die Fünf-Muten-Marke übersteigen, sonst geht er direkt in die „Ich bin wach und möchte spielen“-Phase. Also renne ich also rüber, hieve ihn vom Hochbett, murmel ein „schlaf wieder ein“ in seine Haare, lege mich hin, bin gedanklich schon wieder beim Traumanknüpfenm bis ich eine Temperaturveränderung merke: Es ist verdammt heiß hier. Die Ursache der Hitzewille liegt neben mir: Ole glüht. Ich verabschiede mich also von meinem Nachtschlaf und versuche den sich hin und herrollenden Glühball, zum Einschlafen zu bewegen. Irgendwann geben wir beide auf. Ich stehe also auf und gehe mit Ole auf die Couch um Petterson und Findus zu lesen. Wir haben Zeit. Wir können Kinderbücher lesen, die eigentlich „Kinderromane mit Bildanteil“ heißen sollten. Irgendwann bei der dritten Seite (also nach ca. 15 Minuten Lesezeit) schaut Ole mich kritisch an: „Mama du klingst komisch.“ Ich will ihm gerade den Zusammenhang zwischen Schlafentzug und meinen Stimmbändern erklären, als mir klar wird, dass ich wirklich quietsche. Außerdem habe ich mal eben eine Packung Taschentücher verbraucht. „Mama, du bist krank“. Stimmt.

Ich habe so ein seltsames Löwenmama-Gen, das ausbricht, sobald die Brut krank ist: Ich nenne es die absolute Selbst-Ausblendung. Während Ole bereits wieder lustig vor sich hin spielt, bin ich wirklich krank. Merke davon aber nix. Seine Taktik sah vermutlich so aus: Eigentlich geht’s mir super, aber ich könnte zuhause bleiben. Also wähle ich diese Option. Kluges Kerlchen.

Jetzt sitzen wir also hier. Ich liege im Bett und Ole baut Staus auf. Ich habe wirklich selten so tiefe Empfindung für Autos gehegt. Wir sind uns einig: Man kann nicht genug davon haben.

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